Haben Sie es bemerkt? Seit der letzten Kommunalwahl im März regiert in Otzberg eine Mehrheit von CDU und WGO. Nach nunmehr einhundert Tagen im Amt lässt sich eine erste Bilanz ziehen: Die neue Kooperation hat bisher nicht viel Neues in die Wege geleitet. Es geht weiter wie bisher und das, obwohl sich die WGO im Wahlkampf als politische Wunderwaffe anpries, die alle Probleme in Otzberg kurzerhand lösen würde.
Aufgefallen ist die WGO bisher lediglich dadurch, dass sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus den praktisch abgeschlossenen Kooperationsgesprächen mit SPD und GALOB ausscherte und mit der CDU handelseinig wurde. Dies erstaunte umso mehr, als dass bisher mit der Otzberger CDU in Person von Bürgermeister Karl Ohlemüller und der WGO in Person von Friedhelm Saal zwei erbitterte Gegner aufeinanderstießen, die sich wie Hund und Katz bekämpften; man denke nur an die hitzigen Auseinandersetzungen beim Thema Flurbereinigung in Ober- und Nieder-Klingen.
Besonders dreist: Damit man schnell zu einem Abschluss kam, übernahm man schlicht die mit SPD und GALOB ausgehandelten Positionen und ließ sie sich von der CDU unterschreiben. Wie geduldig Papier ist, müssen nun viele Mitglieder und Wähler der WGO leidvoll erfahren. Die CDU, als großer Partner in der Kooperation, macht einfach weiter wie bisher und die WGO lässt sich ohne viel Murren vor den Karren Karl Ohlemüllers spannen. Von einer Lösung der drängendsten Probleme ist Otzberg nach wie vor weit entfernt.
Ist das der von der WGO so vollmundig versprochene Kurswechsel in Otzberg? Die WGO hat versäumt, den politischen Wechsel in Otzberg mitzutragen und darf sich nun nicht wundern, dass sie in den CDU-dominierten, verkrusteten Strukturen der Gemeinde zermahlen wird. Im Wahlkampf titelte die WGO „Wählen Sie doch diesmal jemanden, dessen Aussagen nicht wie Seifenblasen zerplatzen!“ – es scheint, als habe die WGO und insbesondere ihr Fraktionsvorsitzender Friedhelm Saal nicht einmal die Luft, die Seifenblasen aufzublasen.