Wenn es nach den Vorstellungen der schwarz-grünen Koalition in Otzberg geht, so müssen sich die Bürgerinnen und Bürger auf drastisch erhöhte Preise für Frischwasser und Abwasser einstellen.
Wenn es nach den Vorstellungen der schwarz-grünen Koalition in Otzberg geht, so müssen sich die Bürgerinnen und Bürger auf drastisch erhöhte Preise für Frischwasser und Abwasser einstellen.
Wie in der November-Sitzung der Gemeindevertretung bekannt wurde, plant die Koalition eine Erhöhung des Frischwasserpreises von derzeit 2,10 €/m³ um 0,50 Euro pro Kubikmeter. Das Abwasser soll sogar – bei einem derzeitigen Preis von 2,45 €/m³ - um 1,00 Euro pro Kubikmeter teurer werden. Damit behält die Gemeinde Otzberg im Kreise der Nachbargemeinden ihren unrühmlichen Spitzenplatz: Otzberger Trinkwasser gehört zum teuersten in der Region.
Bei ihrem geplanten Griff in die Tasche der Verbraucher berufen sich CDU und GALOB auf die gesetzliche Vorgabe, dass Gebührensätze in der Regel so zu bemessen sind, dass die Kosten der Einrichtung gedeckt werden. Damit blenden die Koalitionäre und Bürgermeister Ohlemüller aus, dass sie selbst mit ihrer verfehlten Trinkwasserpolitik zur prekären Situation beigetragen haben.
Halten wir fest: Die finanziellen Belastungen im Wasserhaushalt sind hausgemacht - verantwortlich sind CDU und GALOB. Zu den wesentlichen Ursachen der finanziellen Schieflage zählt die Umsetzung des „Otzberg-Programms“. Die Gemeinde Otzberg gönnte sich bis weit in die 1990er Jahre den Luxus, großzügig landwirtschaftlich genutzte Flächen anzukaufen, um sie in Grünland umzuwandeln. Zur Beratung der Landwirte beschäftigte man gar eine eigene Mitarbeiterin. Zwar liegen belastbare Zahlen nicht vor, es ist aber davon auszugehen, dass die Kosten dieser Politik deutlich im siebenstelligen Bereich liegen – und damit den Gebührenhaushalt der Gemeinde bzw. der mittlerweile ausgelagerten „Otzberg-Werke“ nachhaltig belasten.
Schade nur, dass sich diese Investitionen nicht gelohnt haben. Die Qualität des Otzberger Trinkwassers ist gleich bleibend schlecht. So fällt es der Gemeinde seit Jahren schwer, die Nitratbelastung unter dem zulässigen Grenzwert von 50 mg/l zu halten. Nach den im Internet zugänglichen Zahlen (www.otzberg.de) liegen die Nitratbelastungen in weiten Teilen des Gemeindegebietes mit 49,4 mg/l und 48,1 mg/l nur noch knapp unter dem Grenzwert von 50 mg/l. In Habitzheim gelingt die Bereitstellung von trinkbarem Wasser nur noch durch Beimischung von Wasser des Gruppenwasserwerks Dieburg.
Klar ist, dass die schwarz-grüne Ideologie der eigenständigen Trinkwasserversorgung gescheitert ist. Angesichts der aktuellen Situation wirkt die Koalition auffällig hilflos. Selbst der Versuch, Ende 2007 im Gebiet zwischen Ober-Klingen, Hassenroth und Hering eine neue Wasserquelle zu erschließen, blieb erfolglos. Aber auch die Kosten für diese Probebohrung – man spricht von ca. 60.000 Euro – tragen zur Belastung des Wasserhaushalts bei.
Als einzigen Ausweg aus der selbstverschuldeten Misere sehen Bürgermeister Ohlemüller und seine Mitstreiter in CDU und GALOB das Drehen an der Gebührenschraube. Die Mehrbelastung der Bürgerinnen und Bürger beläuft sich auf 24% für Frischwasser und 41% für Abwasser! Die SPD wird diesem Vorhaben nicht zustimmen. Dennoch wird sie den Griff in die Taschen der Bürger nicht verhindern können - die Rechnung wird ihnen spätestens mit den kommenden Abgabenbescheiden der Gemeinde präsentiert.
| Besucher: | 683475 |
| Heute: | 92 |
| Online: | 2 |