Bürgermeisterwahl – SPD Otzberg nominiert Matthias Weber, den parteilosen Ortsvorsteher von Heubach
Ein paar rote Farbtupfer gibt es am reich gedeckten Frühstückstisch. Das Kaffeeservice hat die Farbe der Sozialdemokraten, und auch die Teelichter sind rot. Ansonsten deutet beim Pressegespräch am Freitagmorgen optisch nichts auf einen Zusammenhang zwischen Matthias Weber und der Otzberger SPD hin.
Die Otzberger Sozialdemokraten wählten in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Vorabend den Parteilosen einstimmig zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Inhaltlich, so SPD-Vorsitzender Patrick Koch, gebe es viele Gemeinsamkeiten mit dem einundvierzigjährigen Heubacher.
„Es ist zwar unerlässlich, dass ein von uns gestellter Bürgermeisterkandidat unseren politischen Zielen nahe ist“, sagt Koch. „Das bedeutet aber nicht, dass er auch ein Parteibuch haben muss.“ Dass die Suche nach einem adäquaten Bewerber in den eigenen Reihen erfolglos geblieben war, empfinde man daher nicht als Nachteil. „Otzberg braucht neue, frische Impulse, die man nur findet, wenn man über den Tellerrand schaut.“
Jenseits des politischen wie geografischen Tellerrands fand sich Matthias Weber. Der Ortsvorsteher des Groß-Umstädter Ortsteils Heubach soll frischen Wind ins Otzberger Rathaus bringen. Ideen dazu hat er bereits. „Otzberg braucht ein Marketingkonzept“, meint er. „Die Gemeinde ist attraktiv und hat viel zu bieten, doch das wird zu wenig nach außen getragen.“ Um die Finanzschwäche der Flächengemeinde wisse er. „In dieser Situation alle Projekte abzublasen, ist aber nicht der richtige Weg. Ich möchte den Bürgern vermitteln, dass ihr Engagement einiges möglich macht.“ Bürgerbeteiligung erschöpfe sich nicht darin, gelegentlich Anregungen oder Kritik zu äußern. Vielmehr wolle er die Otzberger dazu bewegen, selbst aktiv zu werden.
„Muss beispielsweise eine gemeindeeigene Immobilie saniert werden, ist es nicht immer notwendig, teure Unternehmen zu beauftragen. Man kann ein solches Vorhaben auch zu einem Gemeinschaftsprojekt von Kommune und Bevölkerung machen.
Wenn die Bürger durch aktive Mitarbeit helfen, Projekte umzusetzen, senkt das nicht nur die Kosten, es fördert auch die Identifikation mit der Heimatgemeinde.“ Entscheidend sei die Bereitschaft zur Kooperation. So ist Weber auch mit der SPD einer Meinung, die Interkommunale Zusammenarbeit auszubauen.
Als zweifacher Familienvater sei es ihm ein Anliegen, ein familienfreundliches Ambiente zu schaffen. Dazu zähle die Förderung der Otzberger Vereine, die sich stark in der Jugendarbeit engagieren. „Ich bin selbst ein Vereinsmensch und weiß um die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit.“ Im Rathaus bringe er administrative Erfahrungen als Verwaltungsfachwirt und Polizeioberkommissar mit.
Quelle: Darmstädter Echo vom 18.2.2012