Energie-Ausflug mit der SPD Otzberg ins Hohenloher Land
Ganz unter dem Zeichen erneuerbarer Energien stand der Ausflug der SPD-Otzberg ins Bioenergiedorf Siebeneich ins Hohenloher Land. Bei einem Empfang in der Alten Kelter des 200-Einwohnerdorfes erklärte Ortsvorsteher Reinhold Brück den Werdegang des kleinen, ländlichen Ortes zum Bioenergiedorf.
Drei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit sich ein Ort Bioenergiedorf nennen darf, klärte Brück die Gäste aus Otzberg auf. Der Strom muss zu 100% und Heizenergie zu 50% aus Biomasse oder regenerativen Energien erzeugt werden. Zudem muss die dafür verwendete Biomasse zu 100% aus den Wäldern und Feldern des Ortes sein. Siebeneich erfüllt alle Bedingungen seit Jahren locker, ist bei der Heizenergie sogar schon bei rund 85% angekommen. Grund hierfür ist die kürzlich in Betrieb genommene Biogasanlage der nahegelegenen Rindermast. Diese Anlage produziert rund 4500 KW/h Strom an einem Tag und ist in der Lage zusätzlich rund 20 Haushalte im Winter mit Wärme zu versorgen. Dies war dank durchdachter Planung und cleverer Sparsamkeit nicht teuer, wie die Otzberger bei Besichtigung der Anlage von Landwirt Rolf Weibler erfuhren . Man erschloss die Häuser durch die Gärten und sparte sich somit die aufwendige und kostenintensive Verlegung eines Nahwärmenetzes in den Straßen des Dorfes. Die Investitionssumme von rund 1.000.000 Euro wird die Biogasanlage in wenigen Jahren erwirtschaftet haben. Mit Inbetriebnahme der Biogasanlage produzieren die Siebeneicher jetzt 2,6 mal mehr Öko-Storm als sie verbrauchen (zum Vergleich, nur 3% des Otzberger Strombedarfs werden in Otzberg aus regenerativen Energien gewonnen). Die letzten 15% der Haushalte, die ihre Wärme noch mit Öl oder Erdgas erzeugen, will Ortsvorsteher Brück auch noch für das Projekt gewinnen. „Unser Ziel ist, dass sich Siebeneich zu 100% mit Bioenergie versorgen kann!“ erklärt Brück den beeindruckten Otzbergern.
Laut Herrn Brück wurden in den letzten Jahren neben der 1 Mio. Euro für die Biogasanlage noch zusätzlich 1,8 Millionen Euro für Photovoltaikanlagen, Geothermie oder Holzhackschnitzelheizungen investiert. Lohnende Investitionen wie Brück vorrechnete. Nicht nur finanziell zahle es sich aus. Das Dorf sei zudem attraktiver geworden, die regionale Wirtschaft würde gefördert und nebenbei das Klima geschützt.
Die Otzberger Delegation – zu der auch zahlreiche Vertreter der GALOB und ein WGO-Mann gehörten - zeigte sich erstaunt über die Tatkraft und die Weitsicht der Siebeneicher Bürgerschaft, die das Heft des Handelns vor 15 Jahren selbst in die Hand nahm. Geschickte Nutzung von Förderungen, ein hohes Maß an Eigeninitiative, aber auch Unterstützung durch die für Siebeneich zuständige Gemeinde Bretzfeld waren Garanten für den Erfolg. „Natürlich muss die Gemeinde da mitmachen, gegen Widerstände aus dem Rathaus kann man das nicht schaffen“ so Ortsvorsteher Brück. Das neuste Projekt, welches die Siebeneicher realisieren wollen, ist der Bau von 1-2 Windkraftanlagen auf dem am Ort gelegenen Weinberg „Siebeneicher Himmelreich“. Einige wenige Widerstände gegen das Vorhaben gibt es laut Brück, wie immer bei Neuem, „aber wenn wir die Windanlagen nicht selbst bauen, dann bauen sie dort andere und mir ist lieber die Siebeneicher verdienen daran!“.
Der Abschluss des Ausfluges fand dann im „Fäßle“ einer nahegelegenen Besenwirtschaft statt, wo man bei Wein und einem Imbiss über die gewonnenen Eindrücke sprach. Alle Teilnehmer waren sich einig: der Besuch in Siebeneich hat sich gelohnt – und er hat gezeigt, was wir auch in Otzberg erreichen können, wenn der Wille dazu da ist!