In das Dorfgemeinschaftshaus in Ober-Nauses war der hessische SPD-Landeschef und Fraktionsvorsitzende der SPD im Hessischen Landtag, Thorsten Schäfer-Gümbel, gekommen, wo er vom Otzberger SPD-Vorsitzenden, Patrick Koch, ebenso herzlich begrüßt wurde wie die Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück und die Ortsvorsteherin Waltraud Unseld. In seinen Grußworten erwähnte Patrick Koch, dass es in Ober-Nauses nur zwei Vereine gebe, nämlich die Freiwillige Feuerwehr und die örtliche SPD, die in diesem Jahr auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken könne.
Thorsten Schäfer-Gümbel fand in seiner folgenden Ansprache eingangs zwei Gemeinsamkeiten zwischen der Feuerwehr und der SPD. Er meinte, dass beide die rote Farbe vereine, was dafür spreche, dass im Ort alles in Ordnung sei. „Das ist aber nicht immer so", merkte er ergänzend an. In der Abteilung „Was wir tun müssen" wandte er sich der Frage zu, an welcher Stelle die Sozialdemokratie erfolgreich war und hatte auch die Antwort parat, und zwar beim demokratischen Aufbau und beim sozialen Aufstieg. Kernstücke seiner Rede waren in diesem Zusammenhang die Globalisierung, die Veränderungen am Arbeitsmarkt und das Primat der Politik. Er bedauerte, dass der Arbeitsmarkt heute von einer atypischen Beschäftigung geprägt werde, wozu unter anderem der Niedriglohnsektor und die 400-Euro-Beschäftigung gehörten.
Besonders forderte er eine Umschichtung beim kommunalen Finanzausgleich, um die Infratruktur gerade im ländlichen Raum aufrecht zu erhalten und zu fördern, wozu insbesonere der schulische Bereich zähle. Es gehe nicht an, dass Kinder morgens 40 oder gar 60 Minuten mit dem Bus fahren müssten, um Bildung zu erreichen. Dazu sei es nötig, die nötigen Finanzmittel bereitzustellen, auch um Schulen vor Ort zu sichern. In Zukunft müssten starke Schultern mehr als schwache belastet werden, räumte Schäfer-Gümbel ein. Daher werde die SPD ein Steuerkonzept vorlegen, das man auf dem Bundesparteitag im November beschließe. Das Ausschieben des Ellenbogens, was er seit zwanzig Jahren erlebe, sei grundsätzlich falsch. Unter dem Beifall der Gäste mahnte der SPD-Landeschef einen Paradigmenwechsel an. Gerade die Freiwillige Feuerwehr leiste ihren Beitrag, wenn der Nächste Hilfe brauche. Dies sei ein schönes Beispiel, wie es gehen und funktionieren könne, und das müsse auch Aufgabe der Politik sein, fand Thorsten Schäfer-Gümbel abschließend.