Flächendeckende Versorgung der Eltern durch Hebammen in Gefahr

Veröffentlicht am 17.07.2015 in Landtag
 

Die Hebammen sehen sich in ihrer beruflichen Existenz bedroht: Die erneut um 23 Prozent gestiegenen Kosten für die Haftpflichtversicherung machen den freiberuflichen Hebammen zu schaffen, neben dem kommenden Komplettausstieg der Versicherungsanbieter ab 2016.

Eigentlich sollen die Krankenkassen die gestiegenen Kosten für die Haftpflichtprämie ausgleichen. So will es das GKV-Finanzierungs- und Qualitätsgesetz. Deshalb sollen Hebammen mit wenigen Geburten nach dem Willen des Gesetzgebers ab 1. Juli 2015 einen Sicherstellungszuschlag bekommen. Doch wie der auszusehen hat, darüber streiten Hebammenverband und Krankenkassen. Nun sind die Verhandlungen über die Höhe der Zahlungen gescheitert – ein Schiedsgericht wurde angerufen.

Zu einem Gespräch der Landtagsabgeordneten Heike Hofmann mit der hessischen Landeskoordinatorin des Vereins „Mother Hood“, Franziska Kliemt über die Situation der flächendeckenden Versorgung mit Hebammenhilfe aus Sicht der betroffenen Eltern wurde der Vorsitzende des Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, Dr. Edgar Franke, eingeladen. Der Verein „Mother Hood“ ist eine Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und des ersten Lebensjahrs und wurde März aus dem „Elternprotest Hebammenunterstützung“ heraus gegründet.

Im Streit mit den Krankenkassen fürchten Eltern um die freie Wahl des Geburtsortes, berichtete Kliemt. In den Verhandlungen zwischen gesetzlichen Krankenkassen und Hebammenverbänden würde auch über grundlegende Rechte der Eltern verhandelt, so Kliemt weiter. Der Sicherstellungszuschlag für die Hebammen ist von einem neuen Qualitätsmanagement abhängig. Krankenkassen und Hebammen sind sich auch uneinig, welche Kriterien künftig Hausgeburten ausschließen sollen.

Der Hintergrund: Mit der Bestimmung der Sicherstellungszuschläge sollen Hausgeburten in Zukunft auch den Qualitätskriterien unterliegen. Wenn dann eine Schwangere den errechneten Geburtstermin um einen Tag überschreitet, muss ein Arzt bei der Frage über den Geburtsort konsultiert werden. Die Geburtshelferinnen sind empört und fürchten um die freie Wahl des Geburtsortes. Hausgeburten drohen damit weiter eingeschränkt zu werden – die Hebammenversorgung könnte weiter ausgedünnt und in Frage gestellt werden.

„Für die freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen ist das Scheitern der Verhandlungen problematisch, da sie länger auf die angekündigten Zuschläge warten müssen“, erklärt Franke. Nun müssten die GKV und die Hebammenverbände schnell zu einer tragfähigen, guten Lösung kommen. „Wir haben gesetzlich bestimmt, dass insgesamt 2,6 Millionen EURO für den Ausgleich der Prämiensteigerungen bereitgestellt werden“, betont Franke weiter.

Hofmann und Franke wollen sich mit der Bundeselterninitiative für die freie Wahl des Geburtsortes und für den Erhalt einer flächendeckenden Geburtshilfe einsetzen. Die freie Geburtshilfe dürfe nicht einer Kostenoptimierung im Gesundheitswesen zum Opfer fallen. Eltern brauchen als direkt Betroffene auch in der Geburtshilfe eine starke Stimme! , forderte Hofmann.

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